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Generationswechsel nach 23 Jahren. Der Große Saal des Festspielhauses St. Pölten wurde mit einer neuen Beschallungsanlage ausgestattet. Unsichtbar für das Publikum, befinden sich die Main-Arrays seitlich vor dem Portal in sogenannten „Telari“, mit Veranstaltungstechnik bestückten Drehturm-Prismen.

Das Festspielhaus in St. Pölten hat eine neue Tonanlage bekommen. Foto: d&b audiotechnik

 „Die Zeit war reif für eine zeitgemäß erneuerte Beschallungslösung“, erzählt der stellvertretende Technische Direktor und Chef-Tonmeister Andreas Dröscher „Der Klang im Großen Saal wirkt seit der Inbetriebnahme der neuen Beschallungsanlage wesentlich definierter, und die von mir erhofften Verbesserungen bezüglich der Klangwiedergabe im unteren Mittenbereich sind in der Praxis ganz klar wahrnehmbar. Auch die Auflösung im Hochtonbereich ist gegenüber den vormals eingesetzten, mehr als 20 Jahre alten Komponenten deutlich besser. Durch die Rückwärtsdämpfung der V-Arrays haben wir heute bei der Mikrofonierung mit weniger Crosstalk zu kämpfen – man kann einfach mehr mit den Mikros anstellen, ohne sich dabei in potenziell kritische Situationen zu begeben.“

In den beiden Telari, die bei Bedarf in Position gebracht werden, verbergen sich Lautsprecher von d&b audiotechnik, die auf zwei Ebenen verteilt sind. Mit jeweils sechs geflogenen V8-Systemen wird das fest bestuhlte, sanft ansteigende Parkett des Großen Saals adressiert. Die Lautsprecher werden mit Array-Processing betrieben. Über den V8-Arrays befinden sich pro Seite drei V-SUB, einer ist Teil des geflogenen Arrays, die beiden anderen stehen auf einem Gitterrost-Zwischenboden im Telari. Zwei V8 auf dem Subbass-Doppelpack decken den Balkonbereich des Saals ab. Ein bereits vorhandenes Center-Array aus acht d&b T10 konnte nahtlos integriert werden. Systemsettings für typische Einsatzszenarien sind in der R1 Fernsteuerungssoftware hinterlegt und schnell aufrufbar. Als Frontfills dienen zwei V7P, rechts und links außen, sowie vier E8 entlang der vorderen Bühnenkante. Von den vier Y7P für Monitoring sind zwei fix in den Seitenportalen angebracht und zwei mobil einsetzbar. Der Audiosignalfluss ist vollständig digital. Der 19“-Schrank in der Unterbühne ist mit zwölf d&b D80 Vierkanalverstärker bestückt. Eine DS10 Audio Network Bridge setzt eingehende Dante-Signale auf AES/EBU (16 Kanäle) um. Gearbeitet wird mit einer Samplingrate von 96 kH.

Die Endstufen für die Monitorlautsprechern werden direkt aus dem digitalen Mischpultsystem angesteuert. Zwei d&b D6 Endstufen entstammen dem Altbestand, werden aber noch aktiv genutzt und verbleiben ebenso wie diverse Lautsprecher aus der ursprünglichen Installation im Inventar des Festspielhauses.

Der Große Saal verfügt über 1.063 Sitzplätze, 70 Stehplätze und vier Rollstuhlstellplätze. Die Bühnenausstattung ermöglicht Musik- und Tanztheateraufführungen; für Orchesterkonzerte ist eine eigens angefertigte Orchestermuschel vorhanden. Der Saal zeichnet sich sowohl durch die gute Sicht auf das Bühnengeschehen als auch durch eine hervorragende Akustik aus. (apb)

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