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Das Grazer Unternehmen USound baut winzige MEMS-Lautsprecher für außergewöhnlich klaren und natürlichen Klang in Kopfhörern, Smartphones und Wearables.

Das Basisprodukt "Ganymede" ist nur 4,7 x 6,7 x 1,6 mm groß. Foto: USound

USound ist ein im Jahr 2014 gegründetes Grazer Audio-Unternehmen, das fortschrittliche MEMS-Lautsprecher und Audiosysteme für In-Ear- und Over-the-Ear-Kopfhörer und Wearables entwickelt. Dahinter steht das Gründerteam Ferruccio Bottoni (CEO), Andrea Rusconi Clerici (CTO) und Jörg Schönbacher (CFO). Gemeinsam mit einem rund 60-köpfigen Team sind sie an den Standorten Graz, Wien, San Francisco (USA) und Shenzhan (China) tätig. Als F&E- und Firmenpartner waren das Fraunhofer-Institut, ST Microelectronics und Flex tätig, um die Entwicklung zur Marktreife zu bringen. Die Technologie des Unternehmens kommt in den Bereichen Entertainment, Virtual Reality, Mobiltelefone und Auto-Infotainment zum Einsatz. Der Vorteil der Technologie liegt in der geringen Größe, der Robustheit sowie dem klaren und natürlichen Klang. Ein großer Erfolg des Unternehmens war der Multimillionen-Dollar-Vertrag mit 3nod im letzten Jahr.

Die Technologie

MEMS (Micro Electro Mechanical Systems) ist die Technologie mikroskopisch kleiner Geräte aus mechanischen und elektronischen Komponenten wie Sensoren und Aktuatoren. USound nutzt diese Technologie für Lautsprecher. Das Funktionsprinzip: Bei herkömmlichen Lautsprechern bewegt sich eine Spule in einem Magnetfeld. In den USound-Mikrolautsprechern wird diese Bewegung durch Piezoelektrizität verursacht. Dafür wird spezielles Material für die Membran-Träger verwendet, dessen Kristalle sich ausdehnen bzw. sich zusammenziehen, wenn sie elektrischer Spannung ausgesetzt sind bzw. diese Spannung wegfällt. Die USound-Mikrolautsprecher können Klang produzieren als auch detektieren, es sind jedoch weniger bewegliche und dafür viel kompaktere Komponenten im Lautsprecher verbaut. Dies macht neben Kosten- und Größenersparnis auch in der Robustheit der Produkte einen großen Unterschied.

Neben den Mikrolautsprechern entwickelt USound auch Referenzdesigns, die die Anwendung der Technologie demonstrieren. Dabei setzt das Unternehmen auf „Fabless Manufacturing“, was bedeutet, dass die Herstellung der Produkte von etablierten Businesspartnern übernommen wird, während Entwicklung, Design und Vertrieb im Haus bleiben.

Die wichtigsten Produkte und Referenzdesigns im Detail

Ganymede
Das Basisprodukt Ganymede ist der piezoelektrische Silikon-MEMS-Mikrolautsprecher. In der aktuellen Generation misst dieser 4,7 x 6,7 x 1,6 mm und eignet sich dadurch optimal als Tweeter für kompakte Wearables, als Ergänzung zu herkömmlichen Lautsprechern oder auch in einem eigenen Array, das mehrere Ganymede-Lautsprecher vereint.

Foto: USound

Megaclite
Megaclite ist ein Referenzdesign für einen USB-C Kopfhörer basierend auf Ganymede mit einem einzigartigen Ohrhörer-Design und einem hochperformanten DSP (digital signal processing) für individuelle Audio-Filter. Tests haben ergeben, dass durch die USound-Technologie und das Design die geringste THD (total harmonic distortion) im Vergleich zu anderen, marktüblichen Lautsprecher-Lösungen erzielt wurde. Dadurch ergibt sich ein besonders klarer Sound.

Foto: USound

 

Taygete
Taygete ist ein Kopfhörer-Array mit 14 Ganymede, zwei elektrodynamische Lautsprecher sowie einer Kontrolleinheit für lebhaften 3D-Surround-Sound. Das ermöglicht speziell für die Anwendung im Gaming-Bereich realistische Geräuschkulissen, die das Spielerlebnis besonders aufwerten. Tests zeigten, dass der Klanggenuss in alle Richtungen durch Taygete verbessert wird, vor allem aber der vordere und hintere Bereich.

Foto: USound

 

Iocaste
Iocaste ist ein Soundsystem für Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Brillen, bei dem Sound mittels Bluetooth übertragen wird. In Iocaste sind sowohl USounds MEMS-Lautsprecher als auch Audio-Filter sowie ein DSP für ein individualisierbares Audio-Erlebnis verbaut. Die Audio-Wiedergabe ist so punktgenau gerichtet, dass Musik und Sprache (z. B. bei Telefonie) hörbar ist, das Umfeld dies jedoch nicht wahrnimmt.

Foto: USound

 

www.usound.com

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