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Das Burgtheater ist als Teil des österreichischen Bundestheaterkonzerns auf das gesprochene Wort fokussiert, was allerdings nicht bedeutet, dass in der weltbekannten Spielstätte ausschließlich Sprache elektroakustisch zu verstärken wäre: Zeitgenössische Theaterkonzepte mit ihren vielfältigen Inszenierungsoptionen fordern die Beschallungskomponenten mit impulsstarker Musik, komplexen Klangatmosphären sowie spektakulären Surround-Effekten heraus. 

Die Lautsprecher verteilen sich in mehreren Ebenen über die gesamte Höhe des Saals im Burgtheater. Foto: Burgtheater

Tonmeister David Müllner ist seit 2003 am Haus beschäftigt und seit 2009 Leiter der Tonabteilung. Zur Beschallung im Burgtheater sagt Tonmeister David Müllner: „Oft bewegen wir uns mit der Beschallung an der Grenze zwischen natürlicher Akustik und unterstützender Verstärkung - im Idealfall bekommen die Zuhörer gar nicht mit, dass sie elektroakustisch beschallt werden.“

Zeitgemäßer Klang bei definierter Basswiedergabe

Im September 2018 wurde im Burgtheater eine neue Portalbeschallung mit Komponenten von d&b audiotechnik in Betrieb genommen. Die Lautsprecher verteilen sich in mehreren Ebenen über die gesamte Höhe des Saals: An der ganz oben befindlichen Galerie wurden pro Seite zwei d&b T10 (Zweiwege-Lautsprecher mit drehbarem Horn für Einsätze als Punkt- oder Linienquellen) installiert. Die darunter befindlichen Ränge 3/2/1 sowie das Parkett werden pro Seite über je eine V7P und einen B6-SUB mit 18“-Bestückung beschallt. David Müllner bezeichnet die auf vier Ebenen übereinander platzierten Bässe als „vertikales Bass-Array“, dessen Quellenabstand etwa 2,6 Meter beträgt. Die Bündelung in der Mitte des Subwoofer-Aufbaus wird durch eine verzögerte Ansteuerung sowie erhöhte Pegel beim obersten und untersten Subwoofer entgegengewirkt, wodurch das Abstrahlverhalten aufgeweitet und letztlich eine homogene Abdeckung erreicht wird. „Moderne Musik und extreme Soundeffekte lassen sich dank des neuen Bass-Arrays mit definierten Attacks und minimalen Einschwingverhalten wiedergeben“, berichtet Müllner zufrieden. Der bereits vorhandene, aus vier d&b T10 zusammengesetzte Centercluster oberhalb der Bühne wurde um zwei neue Einheiten erweitert, so dass heute insgesamt sechs T10 Verwendung finden. Durch die Verlängerung des Arrays lässt sich das Parkett komfortabel von ganz hinten bis etwa etwa zur dritten Sitzreihe abdecken. (sgl)

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