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3 FRAGEN AN...“: Amnon Harman, CEO d&b audiotechnik, Backnang (D). Er glaub an eine raschere Flurbereinigung der Märkte infolge der Corona-Krise.

Amnon Harman, CEO von d&b audiotechnik,

SPOTLIGHT NEWS: Wie bewältigen Sie mit Ihrem Team die aktuelle Situation, was sind die größten Herausforderungen der nächsten Monate?

Amnon Harman: Unser Vertrieb sowie die Bereiche Schulung, Applikationsunterstützung und Produkt-Support stehen in aktivem Kontakt zu Vertriebspartnern und Endkunden. Aufgrund der Reisebeschränkungen und der Regeln zum Social Distancing haben wir eine Reihe von Online-Angeboten eingeführt, wie z. B. Online-Trainings, Instagram-Live´s, virtuelle Panel Diskussionen auf Facebook und Zoom und vieles mehr.  Aufgrund der deutlich reduzierten Nachfrage nach Pro-Audio-Produkten, haben wir in vielen Bereichen bei d&b Kurzarbeit eingeführt. Damit passen wir unsere Kapazität an das reduzierte Nachfrageverhalten an und können die Strukturen und das Personal bei d&b für die Zeit, wenn die Märkte wieder hochfahren, erhalten. Wir haben seit Ausbruch der Krise immer produziert und werden auch in Zukunft weiter produzieren, um eingehende Aufträge zu befriedigen.

Eine große Herausforderung ist sicherlich, den Kontakt zueinander zu erhalten, auch wenn man sich nicht sehen kann, was gerade in der Pro Audio Industrie ungewöhnlich ist, da sich unsere Arbeit um Events dreht, bei denen viel direkte Zusammenarbeit vorher und während des Events oder Projekts notwendig ist. Das schweißt zusammen. Gerade auch bei d&b wird das „Wir-Gefühl“ großgeschrieben und viele gemeinsame Aktivitäten müssen zur Zeit entfallen. Aber wir kompensieren das über interne Video Meetings und regelmäßigen Austausch bestmöglich.

Außerdem nutzen wir die Zeit der Entschleunigung und erweitern unsere Strategie um neue Geschäftsfelder, die uns noch sicherer für die Zukunft aufstellen.

2. Welche Veränderungen sehen Sie mittel- oder langfristig auf die Unternehmen in Ihrer Branche zukommen?

Ich glaube, dass sich die Trends, die wir vor der Krise gesehen haben, beschleunigen werden. Beispiele hierfür sind, dass die Konsolidierung in unseren Märkten schneller erfolgen wird und wir weniger, aber stärkere Akteure in der gesamten Wertschöpfungskette sehen werden. Die Digitalisierung wird in zukünftigen Audiolösungen, aber auch in unseren Geschäftsprozessen eine noch wichtigere Rolle spielen, und all diese Änderungen werden Einfluss darauf haben, wie Hersteller, Vertriebspartner und Endkunden miteinander interagieren. Nicht alle Unternehmen werden dies schaffen, daher wird es sicherlich zu Veränderungen unter den Lieferanten und wahrscheinlich auch der Hersteller- und Vertriebslandschaft kommen. Einige Veranstaltungsorte werden ebenfalls stark betroffen sein.

3. Welche Initiativen (Video-Performances, Outdoor-Events, ...)  könnten auch nach der Krise Bestand haben?

Die digitale Kommunikation wird zwar auch zukünftig ein wichtiger Kanal bleiben, die zwischenmenschliche Kommunikation wird jedoch dadurch nicht ersetzt werden können. Während einige Live-Events auch von zu Hause erlebt werden können, glaube ich fest daran, dass das Gemeinschaftsgefühl und die Freude, die wir durch ein Live-Event erhalten, nicht kopiert oder ersetzt werden können. Der „Hunger und Wunsch“ nach diesen Erlebnissen nimmt zu und daher werden unsere Märkte sehr stark zurückkehren. Ich spreche regelmäßig mit anderen CEOs in unserer Pro Audio Community und auch aus verschiedenen anderen Branchen, und im Allgemeinen besteht für uns kein Zweifel daran, dass Live-Events zurückkehren werden, möglicherweise mit einem anderen „Crowd-Management“ -System, aber als Branche noch stärker als vorher.

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