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3 FRAGEN AN: Reinhard Hagen, Technischer Leiter im Festspielhaus St. Pölten befürchtet, dass die – wünschenswerte – Entschleunigung nicht von langer Dauer sein wird.

Serie: Corona-Zeiten: 3 Fragen an ...

Wie gehen Verantwortliche im Bühnen- und Eventbetrieb mit der Krise um. Welche Chancen bieten sich trotz der Herausforderungen? Als  Kooperation von OETHG und SPOTLIGHT-News stellen wir in einer Serie „3 Fragen an ...“


Für einen EXIT ist es zu früh, das Festspielhaus hofft, das Dschungelbuch von Robert Wilson plangemäß in der kommenden Saison aufführen zu können. Foto: Festspielhaus_Lucie_Jansch

Reinhard Hagen Festspielhaus StPöltenWie geht es Ihnen und Ihrem Team in der der derzeitigen Situation? Wie bewältigen Sie die schwierige berufliche Zeit? Welche Tipps geben Sie Ihren Kolleg*innen?

Naja, wir sind seit Montag 16.3. zuhause. Die ersten Wochen haben wir im gesamten Haus alten Urlaub und Zeitguthaben abgebaut und jetzt sind wir in Kurzarbeit. Es ist schwierig, da bei uns der gesamte Rest der Saison 19/20 ausfällt. Wir haben kürzlich das Programm der Saison 20/21 veröffentlicht und hoffen, im Herbst wieder durchstarten zu können

Viele Theater, Künstler oder Veranstalter versuchen, mit Initiativen und innovativen Ideen die Corona-Zeit zu meistern. Es gibt TV-Aufzeichnungen, Videos, Chats oder Lesungen aus dem Homeoffice und vieles mehr. Welche Initiativen oder Aktivitäten könnten auch nach der Krise Bestand haben? Welche Ideen haben Ihnen persönlich gut gefallen?

Wir haben ein paar Programmpunkte als Videos angeboten, aber ein Video ersetzt natürlich nicht das Live-Erlebnis, denn wie sagte Max Reinhart: „Die Kunst des Theaters ist nämlich die einzige unter den Künsten, die gleichzeitige Anwesenheit der Künstler und des Publikums voraussetzt.“

Wie könnte man nach den Sperrungen möglichst rasch zur Normalität zurückkehren? Wird es die Kultur-Vermittlung in der Normalität, wie wir sie kannten, überhaupt noch geben? Welche Veränderungen sehen Sie mittel- oder langfristig auf uns zukommen?

Die Frage ist, was ist Normalität. Ist es nicht normaler, sich wieder mehr auf die Menschen mit denen man zusammenlebt zu konzentrieren und nicht gehetzt irgendwelchen „Wichtigkeiten“ nachrennt. ich hoffe, dass als Veränderung bleibt, dass wir die Entschleunigung mitnehmen und die Hektik nicht wieder so zulassen, wie vor der Krise. Meine Befürchtung ist allerdings, dass genau das Gegenteil der Fall sein wird.

Vielen Dank!

Link zum Festspielhaus St. Pölten

(hst)

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