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3 FRAGEN AN: Manfred Prohazka, CEO von ATEC Pro Audio GmbH , sieht die Ungewissheit als die größte Herausforderung, setzt aber alles daran, um die Werte, die sein Unternehmen ausmachen zu schützen.

Manfred Prohazka glaubt daran, dass sich das Bewusstsein der Bevölkerung geändert hat. Foto: ATEC Pro GmbH

Wie bewältigen Sie mit Ihrem Team die aktuelle Situation, was sind die größten Herausforderungen der nächsten Monate?

Natürlich ist die aktuelle Situation für jeden der eine Firma über Jahre hinweg aufgebaut hat und gerade in der glücklichen Position war zu sagen „Jetzt läuft es gut und es könnte immer so weiter gehen!“ nur schwer zu akzeptieren. Wir alle müssen uns jetzt einer großen Herausforderung stellen und positives Denken ist der erste wichtige Schritt.

Als am 16. März der „Lockdown“ von der Regierung verkündet wurde, war für uns einmal klar alle Werte, welche unsere Firma ATEC Pro Audio GmbH ausmachen, so gut wie möglich zu schützen und zu sichern. Ganz oben auf der Liste standen selbstverständlich unsere Mitarbeiter! Mit Hilfe der Kurzarbeit können wir diese Arbeitsplätze derweil sichern. Weiteres haben wir versucht unsere Fixkosten soweit wie möglich zu senken. Den Betrieb haben wir jedoch, wenn auch eingeschränkt, aufrechterhalten. Zwar ist der Umsatz unserer Hauptproduktgruppen (Lautsprecher, Mischpulte) stark zurück gegangen, aber es gibt auch Produktgruppen aus unserem Portfolio, welche in der Krise an Interesse gewonnen haben, wie z.B. PTZ Kameras oder PC Headsets.

Die größte Herausforderung ist die Ungewissheit! Erstens nicht zu wissen wie lange wir unter der Krise zu leiden zu haben. Selbst wenn jetzt die Maßnahmen gelockert werden und wir sehr langsam wieder zur Normalität zurückkehren. Wie lange wird es dauern bis sich unsere Kunden wieder erholt haben werden und auch wieder investieren können. Zweitens auch nicht zu wissen mit welcher Hilfe wir vom Staat noch rechnen können. Ich finde es einfach Schade, dass hier so gut wie keine klare Kommunikation von Seiten der Wirtschaftskammer gibt. Durch Kommunikation und in Folge guter Organisation von einer zentralen Stelle könnte vielen KMU´s abseits von monetärer Hilfe Unterstützung geboten werden.

Welche Veränderungen sehen Sie mittel- oder langfristig auf uns zukommen?

Ich denke, dass sich das Bewusstsein vieler Leute grundsätzlich geändert hat. Die Angst vor Ansteckungen und weiteren Pandemien ist definitiv größer geworden und ich denke auch, dass dieses die Veranstaltungsbranche noch länger beschäftigen wird. Masken, Desinfektionsmitteln und Sicherheitsabstand werden definitiv noch lange Zeit Thema bei Veranstaltungen sein, auch wenn es nicht mehr gesetzlich verordnet ist. Ein Lockdown wird nicht mehr so wie vor dem 16. März als so gut wie unwahrscheinlich gesehen, sondern ist jetzt ein zu kalkulierendes Risiko. Ich fürchte, dass viele Veranstalter und Firmen aus Angst vor einem weiteren Lockdown nicht mehr allzu risikofreudig sind.

Welche Initiativen oder Aktivitäten könnten auch nach der Krise Bestand haben? 

Kurz-mittelfristig denke ich, dass kleine Veranstaltungen mit lokalen Künstlern, von der aktuellen Situation profitieren werden. Hier ist man flexibel und kann schneller und einfacher auf Maßnahmen reagieren. Und nach längerer Abstinenz sind die Menschen sicher froh wieder Kunst und Kultur, in welcher Form auch immer, zu genießen. Große Produktionen brauchen eine lange Vorlauf Zeit und internationale Künstler müssen mit ihrer Crew reisen dürfen. Hier sind das Risiko und der Aufwand noch immer sehr groß. Deshalb kann ich mir vorstellen, dass Streaming Konzerte, so wie es www.streamaustria.at macht, noch länger geben wird. Home Office, Online Webinar sowie Online-Messen und -Konferenzen werden noch lange nach der Krise ein fixer Bestanteil unserer Gesellschaft bleiben.

Vielen Dank!

 

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