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Die Lichtshows mit Drohnen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und werden zu einem lukrativen Geschäftszweig. Zum 50. Geburtstag von Intel zeichnete sich am Himmel ab, wohin die Reise bei der Inszenierung gehen könnte.

Mit dem Flug von insgesamt 2.018 Intel Shooting Star Drohnen in Folsom (Kalifornien) sicherte sich das Unternehmen zum 50-jährigen Jubiläum im Juli 2018 einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. Foto: Intel Corporation

„Wer sagt, dass man nicht mit 100 Drohnen gleichzeitig fliegen kann? Und wer sagt, dass solche Spaxels in einigen Jahren nicht so klein wie heutige Bildschirm-Pixel gebaut werden können? Nur einmal angenommen, es wäre so – wer würde noch vor einem flachen Bildschirm hocken, wenn er oder sie ein tatsächlich dreidimensionales Bild sehen und damit interagieren könnte?“ So skizzierte Horst Hörtner, Director des Linzer Ars Electronica Futurelab, die Vision, die ihn und sein Team seit Anfang 2012 antreibt. Mittlerweile sind diese Drohnenschwärme weltweit bei Großveranstaltungen im Einsatz, wobei die wohl eindrucksvollste Inszenierung anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums von Intel im Juli 2018 im kalifornischen Folsom stattfand.

Faszination durch Gleichklang

Dieses Statement von Horst Hörtner verdeutlicht einen technologischen Anspruch und zeigt, dass es bei der Inszenierung um weit mehr geht, als aus Gründen der Nachhaltigkeit bloß ein Surrogat für das Feuerwerk zu entwickeln. Das Feuerwerk, das laut ist und Emissionen erzeugt, wird wohl gerade aufgrund dieser Eigenschaften auch weiterhin Faszination auslösen, zumal es nicht nur hinsichtlich der Ästhetik anspricht, sondern mit dem Feuer und dem Rauch auch etwas Elementares repräsentiert. Darüber hinaus wird eine Rakete in der Wahrnehmung wahrscheinlich stärker dem Aspekt des archaisch Unberechenbaren gerecht, als die einer exakt berechneten Flugbahn folgende und mit LED-Technologie ausgestattete Drohne, die eben durch das Formale bzw. ihren Gleichklang im Geschwader beim Betrachter das Gefühl des Erhabenen aufkeimen lässt – ähnlich wie das beispielsweise bei Aufmärschen oder bei Tanzdarbietungen wie River Dance geschieht. Es ist also weniger die Alternative zum Feuerwerk, sondern die Möglichkeit, trotz des schwebenden Zustands der einzelnen Spaxels relativ exakte Bilder in drei Dimensionen zu generieren, wie es ansonsten lediglich durch die Technik der Holografie möglich ist. „Seit unserem Weltrekordflug für Intel gehen die Buchungsanfragen für die Spaxels durch die Decke – wir bekommen Anfragen aus aller Welt, von Nordamerika über Europa und aus dem Nahen Osten bis Fernost. Parallel dazu haben Komplexität und Größe unserer Shows mittlerweile eine Dimension erreicht, die strukturelle Anpassungen notwendig machen“, skizziert Diethard Schwarzmair, Kaufmännischer Geschäftsführer der Ars Electronica Linz GmbH, den Impact dieses Events.

Magic in the sky

Seit 2014 ist Intel Partner bei diesem Projekt. Dort ist Natalie Cheung die Queen of Drones und für weitere Innovationen im Bereich der Drohnen-Lichtshows zuständig. Sie hat beispielsweise auch den Pitch für das Abschluss­event bei den Olympischen Spielen in Südkorea mit 1.218 Fluggeräten gewonnen. „We are changing nighttime entertainment“, ist sie überzeugt und glaubt auch daran, mit den Drohnen für die Zuschauer mehr Faszination erzeugen zu können als mit einem Feuerwerk. Trotz des Umstandes, dass zahlreiche gelungene Events bereits mit den LED-bestückten Drohnen als Attraktion bestritten wurden, ist abgesehen von der Programmierung im Vorfeld nach wie vor jeder Gig eine besondere Herausforderung, zumal Bedingungen wie Wind, Feuchtigkeit und auch die Akkuleistung der rund 700 g schweren Quadrokopter nicht wirklich vorhersehbar sind. So ist die Drohnen-Lichtshow von Intel, die auch im Guiness Book der Rekorde verewigt wurde, mit ihren 2.018 Shooting-Star Drohnen eine technische Meisterleistung. Kein Wunder, dass die Show hinter den Kulissen auch die Anmutung einer Apollo Mission hatte.

Natalie Cheung, Drohnen-Lichtshow-Managerin bei Intel, mit der Intel Shooting Star Drohne. Foto: Intel Corporation

Technische Daten: Intel Shooting-Star Drohne

  • Gewicht: 330 g
  • Rotordurchmesser: ca. 15 cm
  • Fliegt bei Winden bis zu 8 m/s
  • Vier mit Kunststoff geschützte Propeller, die in der Mitte aus Styropor sind
  • Am Ende des Propellers befindet sich ein LED-Licht, das vier Milliarden unterschiedliche Farbkombinationen zeigen kann.
Foto: Intel Corporation

 

Von Thomas Duschlbauer

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