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Während die Welt sehnsüchtig auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Theatern und Konzerthallen wartet, haben sich Beleuchtungsstudenten und erfahrende Lichtprofis gleichermaßen dem virtuellen Raum zugewandt – um sich fortzubilden oder ihre vorhandenen Fähigkeiten weiter zu verfeinern.

Teilnehmer trainieren dabei den Einsatz der Programmierumgebung Eos Augment3d. Foto: ETC

ETC hat sich mit einem preisgekrönten Broadway-Beleuchtungsteam zusammengetan, um eine neue Herausforderung zu präsentieren: das „Hamilton Programmier-Projekt“.

Initiator für diese virtuelle, dazu höchst praxisorientierte Schulung war David Arch, Programmierer des Broadway-Musical-Hits „Hamilton“. Er kam auf die Idee, als er sich intensiv mit Eos Augment3d beschäftigte. Eos Augment3d ist eine Programmierumgebung, die in der Eos Software v3.0 enthalten ist, die es Benutzern von Eos-Konsolen oder ETCnomad ermöglicht, in einem dreidimensionalen Raum zu steuern und zu gestalten. Beim „Hamilton Programmier-Projekt“ arbeiten Teilnehmer mit originalen Tournee-Anweisungen. Darauf basierend soll das Eos-Show-File des Tony Award-prämierten Licht-Designs bearbeitet werden – in Eos Augment3d. 

Hamilton-Programmier-Projekt

Als anspruchsvolle Aufgabe und dazu perfekte Übung sah Arch den Import des 3D-Modells des Hamilton-Bühnenbilds aus dem Pre-Visual der ersten Tournee-Produktion, inklusive des Licht-Setups. Mit Augment3d – als virtuelle Spielstätte – programmierte er als ersten Schritt einfache geometrische Figuren, richtete konventionelle Scheinwerfer aus, passte Moving Light Presets an und fügte der Kulisse und Drehbühnen virtuelle Schauspieler hinzu. „Ich dachte mir: Das ist eine richtig interessante Lernerfahrung“, sagt Arch und er folgerte daraus: „Wenn das für mich lehrreich ist, dann dürfte es wohl auch für andere eine spannende Erfahrung sein.“ Es war die Initialzündung des „Hamilton Programmier-Projekts“.

Echte Anweisungen

Nachdem Arch die Verantwortlichen von ETC und des Musicals für seine Idee spontan begeistern konnte, machte er sich daran, das Projekt zu konkretisieren: Er reduzierte die Show-Datei auf 13 kurze Cue-Sequenzen und stellte ein Paket mit echten Anweisungen der dritten „Hamilton“-Tour zusammen, darunter: ein Kegel-Layout-Sheet, Charts von konventionellem und beweglichem Licht, Gobo-Bilder, Preset-Charts und ein Magic Sheet. Projekt-Teilnehmer können auf diese Unterlagen zugreifen, um die Cue-Sequenzen in Augment3d neu zu erstellen – und sie können, das erhöht den Lerneffekt, ihre Arbeit mit Bildern aus Archs eigener Augment3d-Datei vergleichen. Die Teilnehmer erhalten überdies die Möglichkeit, mit einer virtuellen Nachbildung des Hamilton-Sets zu arbeiten. „Es handelt sich dabei um die vollständige 3D-Vektorworks-Version des Scenic Designers David Korin, sie ist wunderschön“, sagt Arch. „Es ist ein Einheitsbühnenbild in dem man die Treppe fahren und viel Spaß mit den Drehbühnen haben kann. Es gibt eine Menge Details zu erkunden.“

Unterschiedliche Wissens-Level

Das „Hamilton Programmier-Projekt“ ist für unterschiedliche Wissens-Level angelegt. Es hält sowohl ein Show-File für Einsteiger, als auch für Fortgeschrittene bereit. Während das Einsteiger-Show-File ein funktionsfähiges Rig als Ausgangspunkt hat, hält das Show-File für Fortgeschrittene überdies Augment3d-Anwendungen parat. Das Projekt bietet übrigens bewusst keine Step-by-Step-Anleitungen, sondern ermutigt Teilnehmer, ihre eigene Kreativität und ihr eigenes Know-How einzubringen, um Snapshots, Makros, Magic Sheets und andere Programmierlösungen zu erstellen. „Hoffentlich“, so Arch, „sehen die Lichtszenen der Teilnehmer am Ende so ähnlich oder vielleicht sogar besser als unsere aus.“

Das „Hamilton Programmier-Projekt“ findet sich unter etcconnect.com/hamilton, ein begleitendes, über 100-minütiges Roundtable-Gespräch mit dem „Hamilton“-Beleuchtungsteam unter https://youtu.be/wzGXFMPoPtM.

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