koop oethg

Schon in wenigen Tagen, mit November 2020, wird das Wiener Volkstheater den Probenbetrieb starten. Dann ist der lange ersehnte Umbau Wirklichkeit geworden.

Lokalaugenschein auf der großen Theaterbaustelle des Landes. Kabelträger, Klimatechniker, Elektroingenieure und Statiker geben sich die Kelle in die Hand. Denn das 1889 fertiggestellte Bürger-Theater, erbaut nach den Plänen der Parade-Baumeister Helmer und Fellner, muss bald fertig sein. Am 30. Oktober ist Schluss mit Bauen und Start mit Spielen, zumindest mit den Proben.

Entsprechend geschäftig geht es nun, Mitte September 2020, hier zu, alles schaut auf den End-Termin. Auch Erich Raser, Prokurist von Waagner Biro Stage Systems, der hier mit seinen Leuten für die Instandsetzung und Erneuerung der Bühnenmaschinerie verantwortlich ist.

40jähriges „Bühnenjubiläum“
Für Raser ist es ein schönes, emotionales, déjà-vu neben all der rationalen Technikerarbeit: Vor 40 Jahren, 1980,  war er als junger Mitarbeiter seines Arbeitgebers schon einmal hier. Damals als das Volkstheater von den Handzügen auf die elektrischen Winden umgestiegen ist und die große Drehbühne eingebaut wurde.

Nun also der nächste Schritt in die Zukunft, der ohnehin schon etwas überfällig gewesen war. Umbau, Modernisierung, Instandsetzung, das Volkstheater erstrahlt in neuem Glanz.

Im Falle der Bühnentechnik heißt das vor allem mehr Möglichkeiten, mehr Sicherheit und mehr Komfort.

Die gelieferten CAT V5-Steuerungskonsolen von Waagner Biro haben eine intuitive Bedienoberfläche, vergleichbar mit modernen Smartphones. Alle elektromechanischen Anlagen können vom Hauptpult sowie von den Mobilpulten komfortabel und sicher bedient werden.

Demontage und Verstärkung

Die bühnentechnischen Anlagenteile wurden demontiert und die Bühnenbauteile modernisiert, wobei besondere Beachtung auf Erhalt der denkmalgeschützten Innenräume und des Zuschauertraktes gelegt werden musste. Die Stahlbauunterkonstruktion war zu verstärken,  um die Aufnahme höherer Lasten zu ermöglichen. Der gesamte Schnürboden und der Rollboden wird erneuert, ebenso wie die Arbeits- und Beleuchtungsgalerien.

Die neue Obermaschinerie umfasst jetzt 34 Prospektzugwinden für Bühne und Hinterbühne, 3 Beleuchterzüge, 1 Hauptvorhang, 1 Schleierzug, 8 Punktzüge, 2 Panoramazüge, 1 Rundhorizont sowie die Anpassung des vorhandenen Vorbühnenzugs und der 6 vorhandenen Punktzüge.

In der Untermaschinerie zeigt uns Erich Raser, wo die Drehbühne und das Orchesterpodium modernisiert wurden. Die beiden Personenversenkungen in der Drehbühne und der Eiserne Vorhang wurden erneuert, zudem ein neues Anlieferungspodium eingebaut. Dieses bietet jetzt größere Flexibilität bei der Einbringung von Kulissen und Dekorationen.

Neuer Eingang für Bühnenbilder

Aber auch sonst wird sich einiges Positives für die Mitarbeiter*innen des Hauses tun. Anfang Jänner dieses Jahres hatte der Technische Direktor Michael Mayerhofer bei

einem Rundgang noch auf die Südseite des Hauses gezeigt, auf der sich hinter der Seitenwand der Bühne die Künstlergarderoben befunden hatte.

Heute ist dort bereits der fünf Meter hohe und bühnenbreite Durchbruch zur künftigen Anlieferung etwa von Bühnenbildern fertiggestellt. Außen wird noch die Rampe gebaut bzw. die Zufahrtseinrichtung für zwei LKW. Der schmale und niedrige „Transporthub“ an der Bühnenrückwand, durch den bis dato die Anlieferung stattfand, ist Geschichte.

Neue Ausstattungen im Foyer
Der Geschäftsführer des Theaters, Cay Stefan Urbanek erklärte schon zu Beginn der Umbaues gegenüber dem ORF: „Was sich für die Zuschauer sichtbar ändert, ist die Ausstattung der Foyers. Das Ambiente wird nicht nur durch neue Möbel verschönert, sondern auch durch besseres Licht. Die Stuckatur an den Decken wird durch eine neue Beleuchtung besser in Szene gesetzt. So ist geplant, die bisherigen etwas plump wirkenden Elektrokerzenluster mit Glaskörpern im Stil der Entstehungszeit, des Historismus, zu ersetzen. Durch diese Maßnahme will man sich in der Ausstattung wieder an den Originalzustand des 1889 nach Entwürfen von Hermann Helmer und Ferdinand Fellner erbauten Theaters annähern".

In wenigen Wochen ist es soweit, dann wird wohl das Allermeiste verbaut und gestrichen und installiert und das Sanierungsbudget von rund 27 Mio. Euro aufgebraucht sein. Und der neuen Spielzeit ab Jahresanfang 2021 nichts mehr im Wege stehen.

Erich Raser, Prokurist bei Waagner-Biro Stage Systems, war vor 40 Jahren schon mal hier  und freut sich, dass er die Obermaschinerie des Volkstheaters nun auf ...

Erich Raser, Prokurist bei Waagner-Biro Stage Systems, war vor 40 Jahren schon mal hier  und freut sich, dass er die Obermaschinerie des Volkstheaters nun auf den neuesten Stand bringen kann. (Fotos: Herbert Starmühler) 

Erich Raser, Prokurist bei Waagner-Biro Stage Systems, fachsimpelt mit Waagner-Biro-Vertriebs-Expertin Ulrike Schuch. Die Züge könnten auch von hier aus ...

Erich Raser, Prokurist bei Waagner-Biro Stage Systems, fachsimpelt mit Waagner-Biro-Vertriebs-Expertin Ulrike Schuch. Die Züge könnten auch von hier aus elektronisch gesteuert werden.(Foto: Herbert Starmühler)

Der Durchbruch ist gelungen: Nun können gleich zwei LKW andocken und die Kulissen seitlich auf die Bühne geschoben werden. Am Foto oben ist der Eingang durch den ...

Der Durchbruch ist gelungen: Nun können gleich zwei LKW andocken und die Kulissen seitlich auf die Bühne geschoben werden. Am Foto oben ist der Eingang durch den Lichteinfall ersichtlich.

29 Prospektzüge auf der Bühne und 5 auf der Hinterbühne sind  verbaut, nun muss nur noch die Steuerung feinabgestimmt werden.

Wieder wie früher: Der aufwändig renovierte Publikumsbereich des Volkstheaters.

Umfangreiche Lieferungen

Hier nur ein Abriss der Arbeiten, die Waagner-Biro im Zuge der Generalsanierung seit Anfang des Jahres im Volkstheater umsetzt:

  • Demontage der bestehenden Obermaschinerie
  • Demontage der bestehenden elektrischen Steuerung
  • Verstärkung der 1980 eingebauten Tragkonstruktion für den Schnürboden
  • Rollenboden und Schnürboden mit Wagensystem für Punktzüge
  • 1 Vorbühnenzug 500 kg - Sanierung
  • 1 Eiserner Vorhang - Sanierung
  • 1 Hauptvorhangzug - Deutscher Vorhang
  • 1 Schleierzug 500 kg
  • 1 Portalbrücke - Sanierung
  • 29 Prospektzüge 500 kg - Bühne
  • 2 Beleuchtungszüge 000 kg incl. Beleuchtungsgestell
  • 1 Rundhorizontzug
  • 2 Galeriepanoramazüge 350 kg
  • 2 Bandpunktzüge - Adaptierung Bestand
  • 5 Prospektzüge 500 kg - Hinterbühne
  • 1 Beleuchtungszug 500 kg - Hinterbühne
  • Schallschutzverkleidungen für die Oberbühnenantriebe
  • Mobiler Portalkran mit Sicherheitsgeländer
  • Erweiterung der Arbeitsgalerien und Erneuerung der Treppen
  • 1 Orchesterpodium - Sanierung
  • Erneuerung Schleifringkörper in der Drehbühne
  • 1 Tischversenkung 2m x 3m
  • 1 Tischversenkung 1m x 2m - Adaptierung Bestand
  • 1 Anlieferungspodium zur neuen Seitenbühne
  • Erneuerung der Elektrischen Steuerung für die Bühnenmaschinerie und die Sicherheitseinrichtungen
  • CAT V5 Steuerung mit 3 Stk. CAT562 und 1 Stk. CAT 530 Steuerpulten

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite benutzerfreundlicher zu gestalten. Wenn Sie diese Webseite nutzen, akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.