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Für die Schülerinnen der Berufsschule für Frisur- und Maskenbildung in Wien ging die Ausbildung auch während dem Lockdown weiter. Von ihrem Zuhause aus, mit den Materialien, die sie zuhause hatten.

Die Schülerinnen und Schüler mussten drei Aufgaben lösen: Sie sollten einen Totenkopf, einen Clown und eine Fantasiemaske gestalten. Foto: Privat

Maskenbildnerinnen und Maskenbildner leben von dem direkten Kontakt mit Menschen. Sie schauen sich das Gegenüber an, arbeiten mit den Gesichtszügen, den Haaren, den Körperformen bis sie die Figur erschaffen, die sie für das Stück oder die Produktion brauchen. Was machen aber nun junge Maskenbildnerinnen und Maskenbildner, wenn dieser persönliche Kontakt wegfällt? Genau diesem Problem musste sich die Berufsschule für Frisur- und Maskenbildung (Schreibergasse 40, 1210 Wien) stellen. Nachdem durch den Corona-Lockdown im März 2020 der Präsenzunterricht nicht möglich war, waren die Schülerinnen von Johann Brunnbauer im zweiten Lehrjahrs gezwungen, kreativ zu werden.

Fantasiemaske und Totenkopf

Während ein großer Fokus des Unterrichts auf theoretische Grundlagen gelegt wurde, sollte auch die Praxis während dieser Zeit nicht zu kurz kommen. Der Lehrende Johann Brunnbauer gab den Schülerinnen deshalb verschiedene Arbeitsaufträge, die sie von Zuhause aus erledigen sollten: „Als die Schülerinnen den Arbeitsauftrag bekamen, waren sie am Anfang sehr kritisch. Sie konnten sich nicht vorstellen, wie das allein Zuhause funktionieren sollte. Doch die Ergebnisse haben sie alle überrascht. Viele Schülerinnen haben sich stundenlang damit beschäftigt und unglaubliche Ergebnisse geliefert. Ich bin sehr stolz auf sie!“ Die Aufgabenstellungen waren einerseits ein Totenkopf, ein Clown, eine Fantasiemaske und eine Perücke aus haarfremden Materialien.

Neue Selbsteinschätzung

Für die Schülerinnen war die gesamte Situation des Lockdowns eine Herausforderung. Der Unterricht lief online ab, wobei einige keinen Laptop hatten und die Einheiten am Handy verfolgen mussten. Auch das Thema Homeoffice ist für Maskenbildnerinnen und Maskenbildner nur bedingt möglich. Klassensprecherin Ines Panholzer, die ihre Ausbildung am Linzer Landestheater macht, erzählt: „Ich habe mir fürs Homeoffice einige Bärte und Perücken mitgenommen, die ich in dieser Zeit geknüpft habe. Ansonsten war es aber eher schwierig.“ Die Aufgabenstellungen des Berufsschule empfand sie als sehr interessant und war überrascht zu merken, dass man mit Allem etwas machen kann. Auch die zweite Klassensprecherin, Madeleine Czechner, berichtet, dass sie viel in dieser Zeit gelernt hat: „Ich war am Anfang eher verunsichert und habe mich gefragt, wie viel ich wirklich lernen werde, wenn es keine Möglichkeit der Korrektur oder Hilfestellung gibt. Aber diese Phase war sehr wichtig für meine Selbsteinschätzung. Ich weiß nun genau, nachdem ich allein zuhause gearbeitet habe, wo ich stehe, was ich gut kann und wo es noch Probleme gibt.“(sgl)

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