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Evolutionsgeschichte einmal anders. Totem nimmt sein Publikum mit auf eine Reise durch die Entwicklung von Amphibien zu Säugetieren, vom Neandertaler zum modernen Menschen.

Dieses Bühnengerüst dient einerseits als dekoratives Set-Element und wird andererseits von den Ausnahme-Akrobaten aktiv bespielt. Foto: Cirque du Soleil

 Cirque du Soleil war mit seiner Erfolgsproduktion in Wien und hat auch hier mit einem ausgeklügelten Bühnenkonzept für Staunen gesorgt. Mit Szenen aus der Geschichte der Evolution kehrt Totem zu den Anfängen des organischen Lebens zurück. Die aktuelle Show des Cirque du Soleil zeigt unter anderem Neandertaler, Primaten und Männer in Anzügen, in einer Welt archetypischer Charaktere, die mit den ewigen, existenziellen Fragen des Lebens konfrontiert sind. Totem wechselt zwischen primitiven und modernen Mythen und ist gespickt mit Geschichten über die Schöpfung.

Gespiegelte Welt im Schildkörtenpanzer

Zentrum der Bühne ist ein Gerüst, dass optisch an einen Schildkrötenpanzer erinnert und stolze 1.225 kg wiegt. Dieses Bühnengerüst dient einerseits als dekoratives Set-Element und wird andererseits von den Ausnahme-Akrobaten aktiv bespielt. Zu Beginn der Show ist das Gerüst mit einem Tuch bedeckt, das dank modernster Makrophotographie wie der Panzer einer Waldschildkröte bedruckt ist. Die Motive auf der Oberfläche der Bühne selbst sind eine Collage aus handgezeichneten Bildern, die von den Mustern der Panzer verschiedener Schildkrötenarten inspiriert sind. In den unterschiedlichen Szenen und angepasst an die künstlerischen Bedürfnissen wird das Konstrukt selbst angehoben, gekippt oder wie eine Art Schale geöffnet. Die visuelle Umgebung von Totem ist eine organische Welt, eine Sumpflandschaft auf die Bilder projiziert werden. Setdesigner Carl Fillion legte hier großen Wert auf nichtlineare Formen, um die natürliche Welt möglichst gut zu reflektieren. Der Bühnenbild-Sumpf dient sowohl als Bühnenauftritt als auch als Projektionsfläche. Dabei verbirgt das Schilf vor dem Sumpf die Künstler und einige Bühnenelemente, vor ihrem eigentlichen Auftritt und Einsatz. Um Gewicht zu sparen und die Aufbewahrung auf Tour zu erleichtern, ist das Schilfrohr aufblasbar.

Totem wechselt zwischen primitiven und modernen Mythen und ist gespickt mit Geschichten über die Schöpfung. Foto: Cirque du Soleil

 

Reise um die Welt

Durch die Bewegung der Bilder wird das Set zu einem virtuellen Sumpf, einem Ozean, einer Vulkaninsel, einem Teich oder einem Sternenhimmel.  Einige der Projektionen auf der Bühne interagieren sogar mit den Bewegungen der Künstler in Echtzeit. Über der Bühne und im Sumpf positionierte Infrarotkameras erfassen ihre Bewegung und erzeugen kinetische Effekte wie Wellen, Spritzer und Reflexionen im Wasser und in den Wäldern. Die Bilder in den Projektionen sind Naturaufnahmen und wurden eigens für die Produktion in verschiedenen Teilen der Welt, von Island bis Hawaii und Guatemala, von Image Content Designer Pedro Pires gefilmt. Fotos, die Guy Laliberté während seiner „poetic social mission“ 2009 an Bord der Internationalen Raumstation aufgenommen hat, sind ebenfalls in die Show integriert.

Durch die Bewegung der Bilder wird das Set zu einem virtuellen Sumpf, einem Ozean, einer Vulkaninsel, einem Teich oder einem Sternenhimmel.

 Skorpion als Inspiration

Ein weiteres, vor allem technisch spannendes, Element ist die sogenannte "Scorpion Bridge". Sie dient als mobile Plattform, die sich an jedes der Bühnenelemente anpasst. In einer der Nummern wird die Brücke zum Bug eines Bootes, danach zu einem Flugzeug und schließlich zu einer Rakete, die abhebt. In einer anderen Szene verwandelt sich die Brücke in einen vertikalen Totempfahl. Während der Ring-Trio-Nummer verwandelt sich die Scorpion Bridge in einen indischen Teppich, der sich am Strand abrollt und eine Referenz auf die Bollywood-Ästhetik darstellt, die den Gesamteindruck dieser Szene inspirierte. Technisch basiert das Konzept der Scorpion Bridge lose auf einer einziehbaren Fußgängerbrücke in London. Ihren Namen hat sie, weil sie sich dank ihrer acht kraftvollen Mineralöl-Hydraulikmotoren, die aus Stahl gefertigt sind und rund 10.000 kg wiegen, wie ein Skorpionschwanz bewegen und zusammenrollen kann. Die  reflektierenden und glänzenden Oberflächen bestehen aus Edelstahlplatten. Am Fuß der Brücke befinden sich Scheinwerfer, ein Laser, Lautsprecher und Kameras. Während der Show wird die Brücke mit vier Infrarotkameras überwacht.

Die atemberaubende akrobatische Leistung, aber auch die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Bühne und die hohen technischen Standards der Produktion schafften bei Totem erneut, wofür der Cirque du Soleil bekannt ist – ein unvergessliches Bühnenerlebnis.

 

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