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Für die Erweiterung der Obermaschinerie des Theater Akzent in Wien war eine maßgeschneiderte Lösung nötig, die nun alle Anforderungen erfüllt.

Für das Akzent Theater musste eine maßgefertigte Lösung gefunden werden, um alle Anforderungen zu erfüllen. Foto: Akzent Theater, Bruno Klomfar

 

Das Theater Akzent ist in Österreich bekannt als Ort der kulturellen Begegnung, an dem die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur als wesentliche Bereicherung des Lebens gesehen wird. Es versteht sich in erster Linie als Gastspielhaus und multifunktionales Veranstaltungszentrum. Nachdem es 2019 das 30-Jahr-Jubiläum gefeiert hat, war in diesem Jahr eine Neuerung nötig.

Optimierte Obermaschinerie

Konkret ging es dabei um die Obermaschinerie des Theaters. Das vorhandene System von Rohrwellenzügen sollte um ein variables, verfahrbares System aus zwölf Punktzügen erweitert werden. Die Abstände der vorhandenen Prospekt- und Beleuchtungszügen sollten dabei bestehen bleiben. Das Akzent Theater wünschte sich nicht nur ein sehr flexibel einsetzbares System für das Einrichten von Dekorationselementen, Scheinwerfern und Lautsprechern. Zur Verwandlung einer Szene während der Veranstaltung sowie zum Heben von Personen sollten die Antriebe besonders leise, schnell und sicher sein. Um eine Person im Notfall schnell evakuieren zu können, mussten die Bremsen sich manuell lüften lassen und die Antriebe gut zugänglich sein. Die geringe Raumhöhe erwies sich dabei als besondere Herausforderung, denn die herkömmliche Installation der Punktzüge oberhalb eines freizugänglichen Schnürbodens war nicht möglich.

Maßgeschneiderte Lösung

Eine Standardlösung für diese Anforderungen gab es nicht. Die Firma ASM übernahm das Projekt und entwickelte dafür ein gänzlich neues, weltweit einzigartiges Konzept. Dabei wurden sechs Doppelflugwerken an einer Fahrschienenkonstruktion unter der Decke installiert. Jedes Doppelflugwerk besteht aus zwei unabhängig voneinander beweglichen Laufkatzen. Jeder Laufkatze ist ein Horizontal- und ein Vertikalantrieb zugeordnet, die sich gegenüberliegend an den Enden der Fahrschienen befinden. Der Horizontal-Antrieb ist für das Halten, Loslassen und Ziehen der Laufkatze zuständig, der gegenüberliegende Vertikalantrieb für das Auf- und Abwickeln des Tragmittels auf der Laufkatze. Die Kombination dieser beiden Antriebe ermöglicht nicht nur senkrechte und waagerechte Bewegungen der Last, sondern nahezu jede gewünschte Bewegungsform (z.B. Wellen).

Höchste Sicherheit

Die Besonderheit der Anlage liegt in der ungewöhnlichen Positionierung der insgesamt 24 Antriebe. Diese wurden seitlich an der Wand auf Höhe der Galerie angebracht. Dadurch sind sie nicht nur für Wartungen gut zugänglich. Es ermöglicht auch das manuelle Lüften der Bremsen, um eine Person im Notfall sicher abzulassen. Ein weiterer großer Vorteil dieses Konzepts ist es, dass sich der Antrieb und ein großer Teil der Sensorik an den Enden der Laufschienen befinden und somit kein aufwendiges Energiemanagement nötig ist. Die sechs Doppelflugwerke wurden in die Anlage über die bereits vorhandene CAT v5 Steuerung der Firma Waagner Biro integriert. (sgl)

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