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In Koproduktion mit der Staatsoper Hannover zeigt die Volksoper Wien die Operette von Jacques Offenbach „König Karotte“. Was bei dieser gleich auffällt, sind die Kostüme und Masken. Die dafür zuständige Maskenbildnerin Hannah Wohlers verrät, was dahinter steckt.

Foto: Privat

Zum 200. Geburtstag des genialen Musikers und Theatermachers bringen die Staatsoper Hannover und die Volksoper Wien Jacques Offenbachs „König Karotte“ zurück ins Rampenlicht. Die deutsche Erstaufführung der neuen Edition der Musik mit neu übersetzten Gesangsnummern ermöglicht einen aktuellen Blick auf eines der größten Bühnenwerke des Komponisten. Mit 19 Bildern in vier Akten sowie spektakulären Bühnen- und Requisiteneffekten entführt die „Opéra-bouffe-féerie“ das Publikum in ein märchenhaftes, komödiantisches Zaubertheater. Gemeinsam mit ihren Kollegen war Hannah Wohlers hinter den Kulissen für die Masken zuständig.

Aus welchem Material bestehen die Masken?

Die Masken nennen sich Nähmasken, welche ich noch aus der Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste aus Dresden kannte. Sie sind aus leichten und günstigen Materialien wie Strumpfhosen und Füllwatte hergestellt. Die Basis ist ein enganliegendes Material, welches auf dem Kopfabdruck des Sängers angepasst wird, einer Kappe aus Filz und Varaform. Innen ist also ein Hohlkörper, damit die Maske so leicht wie möglich bleibt. Auf die Basis und das Varaformgestell wurde dann mit der Füllwatte ‚modelliert‘; durchs Nähen und Aufbauen mit der Füllwatte entsteht Mimik und Form. Wenn Ausdruck und Form stimmig waren, wurde die Füllwatte mit Strumpfhosen bespannt. Ich habe dann erst mit Airbrush coloriert und anschließend die Tiefen, Details etc. mit verschiedenen farbigen Nähgarn bestickt.

Gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Masken?

Die Karotte hat große Aussparungen damit Seung-Keun Park singen, hören und gut sehen kann. Daher ist diese ein wenig anders aufgebaut als sein Gemüse-Gefolge. Er wird stark geschminkt, damit sein Gesicht zur Maske passt. Damit das Make-up nicht verwischt wurde hinten eine Öffnung eingearbeitet, welche mit Magneten schließt, was das übrige Gemüse nicht braucht.

Wie viele Personen waren am Produktionsprozess beteiligt?

Das übrige Gemüse wurde von fünf meiner Kollegen gemacht. Da es eine sehr zeitintensive Arbeit ist, haben manche zwei und andere nur eine Maske gemacht. Jeder hat sehr individuell gearbeitet – es war eine sehr schöne künstlerische sowie handwerkliche Arbeit.

Wie lange wurde daran in etwa gearbeitet?

An zwei Masken (die „frische Möhre“ und die „welke Möhre“) wurde circa vier Wochen gearbeitet. Genau kann man das nicht sagen, da einerseits nicht durchgängig daran gearbeitet wurde und andererseits nach den Anproben noch Änderungsarbeiten hinzukamen, sodass alles zu dem Kostüm und dem Menschen darunter passt :)

Sung-Keun Park (König Karotte), Komparserie in „König Karotte”. Foto: Thomas M. Jauk

 

www.volksoper.at

www.oper-hannover.de

Von Stefanie Pink

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