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Wenige Kilometer von Bregenz entfernt entstehen in der Vorarlberger Gemeinde Hard in einer angemieteten Stahlbauhalle nahezu 14 m hohe Kulissenteile. Jetzt schon beeindruckend: der Rigoletto-Kopf, auf dem bis zu 13 Menschen Platz finden werden.

Serie: Rigoletto-Kulisse auf der Seebühne Bregenz

Das Festspiel-Werbemotiv für Rigoletto mit einer Collage aus angedeutetem Zirkuszelt, bunten Fähnchen, Clowngesicht mit Rüschenkragen und weiteren Gegenständen gibt bereits jetzt einen phantasievollen Hinweis auf das Bühnenbild-Aussehen. Die ersten Kulissenteile sind im Entstehen.


Foto: Bregenzer Festspiele/Dietmar Mathis

Aus Fassadenputz, Styropor und Farbe lässt Theater-Bildhauer Frank Schulze seit Oktober 2018 einen Riesenkopf entstehen, dessen Gesicht an einen Clown erinnert. Ebenso modelliert er zwei zugehörige, bis zu fast 12 m hohe Hände. Die Unterkonstruktion besteht jeweils aus Stahl und Holz. Allein an der Herstellung des 35 t schweren Kopfes sind insgesamt 12 Firmen beteiligt – darunter u. a. die Firma Biedenkapp Stahlbau GmbH aus Dornbirn (Auftragnehmer). Inklusive Unterkonstruktion und Befestigung auf der Seebühne wiegt der Kopf 140 t.

Auf dem Wasserweg zur Seebühne

Die drei überdimensionalen Körperteile sind zwar wesentliche, aber nicht die einzigen Elemente des neuen Bühnenbildes. Die Rigoletto-Kulisse besteht aus weiteren Bühnenteilen und Technik-Elementen, die voraussichtlich in den kommenden Wochen zur Seebühne transportiert und dort zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden.

Ende Jänner verladen Transportspezialisten die rechte Hand zunächst auf einen LKW, der sie zum Festspielhaus bringt. Von dort geht es per Boot weiter zur Seebühne. Es folgt die linke Hand eine Woche später. Der riesige Kopf wird in vier Teile zerlegt und zunächst ans Fußacher Bodensee-Ufer gebracht, um von dort per Boot auf dem Wasserweg seine Reise zur Seebühne anzutreten.

Hydraulikleitungen in der linken Hand

Anlässlich der Programmpräsentation im vergangenen November gab Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl einen Ausblick auf seine Inszenierung und verriet dabei, dass die Konzeption „auch die Verwendung von Kinetik“ vorsähe. Welche Bewegungsabläufe konkret im Bühnenbild stecken, wird voraussichtlich im April erstmals zu entdecken sein. Schon jetzt zu erkennen sind beispielsweise in der linken Hand zahlreiche Hydraulikleitungen, die zu den Fingern führen.

Daten & Fakten zum Bühnenkopf

  • Höhe vom Unterkiefer bis zur Schädeldecke: rund 13,5 m
  • Durchmesser der Augäpfel: 2,7 m
  • Breite von Ohr zu Ohr: rund 11,3 m
  • Gewicht: rund 35 t, inkl. Unterkonstruktion rund 140 t
  • Verwendetes Material: Das Obermaterial (Kaschur) besteht vor allem aus einem Fassadenputz, Styropor und mehreren Farbschichten. Darunter befindet sich eine Konstruktion aus Stahl, Aluminium und Holz.
  • Beteiligte Firmen:
    • Auftragnehmer: Biedenkapp Stahlbau GmbH aus Dornhirn (Österreich)
    • Ludwig Steurer Maschinen und Seilbahnbau GmbH & Co. KG (Doren, Vorarlberg)
    • STB SteuerungstechnikBeck GmbH (Egg, Vorarlberg)
    • Haberkorn GmbH (Wolfurt, Vorarlberg)
    • i+R Holzbau GmbH (Lauterach, Vorarlberg)
    • Ziviltechnikerbüro DI Dr. Gerhard Lener (Feldkirch, Vorarlberg)
    • Reisch Maschinenbau GmbH (Frastanz, Vorarlberg)
    • Mader & Flatz Ziviltechniker GmbH (Bregenz, Vorarlberg)
    • Berkmann Kunststoffverarbeitung GmbH (Hörbranz, Vorarlberg)
    • Chrysanth Thaler Stahlbau GmbH & Co. KG (Hard, Vorarlberg)
    • Ia mimesi (Berlin, Deutschland)
    • Dipl.Ing. Heinz Millner (Dornbirn, Vorarlberg)
Foto: Bregenzer Festspiele/Dietmar Mathis

 

Die Oper von Giuseppe Verdi mit ihrer bekannten Arie „La donna è mobile“ steht in den Sommern 2019 und 2020 erstmals auf dem Spielplan der Bregenzer Festspiele. See-Premiere und Festspielstart ist am 17. Juli, das letzte Spiel auf dem See geht zum Saisonende am 18. August 2019 über die Bühne.

www.bregenzerfestspiele.com

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