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3 FRAGEN AN: Alexander Kränkl, Vertreter der Veranstaltungstechniker*innen. Er kämpft in Corona-Zeiten auch für die Anerkennung der Berufsgruppe als Kunsthandwerk in Österreich.

Alexander Kränkl koordiniert die zahlreichen Positionen der Veranstaltungstechniker*innen. Foto: Chris Steinbrenner

SPOTLIGHT-News stellte Alexander Kränkl, der sich in der Wirtschaftskammer als Funktionär für die Berufsgruppe der Beschallungs- und Beleuchtungstechniker*innen einsetzt, die folgenden Fragen zur Lage in schwierigen Corona-Zeiten:

Wie bewältigen Sie mit Ihrem Team und den Kolleg*innen die aktuelle Situation, was sind die größten Herausforderungen der nächsten Monate?
Alexander Kränkl: Ich war in der ersten Phase der Krise, ab März 2020, damit beschäftigt, österreichweit die VT Betriebe www.bbt.at und Privatinitiativen wie z.B. ohne-uns zu kontaktieren und mit deren Input in Form von Forderungen durch Positionspapiere unserer Berufsgruppe den zuständigen Entscheidungsträgern in der Regierung näher zu bringen. Denn man muss schon feststellen, dass es wohl kaum eine Branche so hart getroffen hat, wie die der Lehrberuf Veranstaltungstechniker. Wir waren die ersten, die von der wirtschaftlichen Vollbremsung betroffen waren und wir gehören zu den letzten die wieder Fuß fassen werden. Wir konnten, so meine ich, durchaus griffig darstellen, dass es bei den Veranstaltungstechnikern um ein wertvolles Kunsthandwerk des 21. Jahrhunderts geht, und dass dieses Know-How nicht verloren gehen darf. Und obwohl es auch Skeptiker aus der Branche gab wurden wir sowohl bei der WKO als auch von Seiten des Regierung gehört und es wurde in Teilen auch den Wünschen unserer Mitglieder entsprochen. Es ist aufgefallen, das die tausenden bundesweiten VT-EPU’s und VT- Betriebe in völlig unterschiedlichen Berufsgruppen untergebracht sind, was ein gemeinsames Vorgehen extrem schwierig macht. In den nächsten Monaten gilt es, rasch wieder ins Arbeiten zu kommen und die Zeiten der Hilfspakete hinter uns zu lassen. Auch arbeite ich hart an einem zukünftig gemeinsamem Vorgehen um unsere Branche besser erkennbar zu machen. Wir sind dabei, in Abstimmung mit dem sehr produktiven Team der ÖTHG, unser Ausbildungssystem zu aktualisieren und es gilt auch der Öffentlichkeit verstärkt näher zu bringen, dass ein guter Veranstaltungstechniker mehr ist, als einer, der Kabel trägt und Lautsprecher aufstellt. Wir sind es, die ein Event erst zu einem einmaligen optischen und akustischen Erlebnis machen - ein Kunsthandwerk eben! Wir haben zusätzlich zu den bestehenden Unterstützungen noch ein paar branchenspezifische Forderungen wie z.B. der Ersatz der frustrierten Kosten welche unsere Branche retten könnte. Ich hoffe, recht bald Positives berichten zu können.

Welche Veränderungen sehen Sie mittel- oder langfristig auf die Unternehmen in Ihrer Branche zukommen?
Es ist schon spannend, dass bei Lebensmitteln und Gebrauchsgütern alle jetzt die Regionalitätstrommel rühren – wir aber bei Veranstaltungstechnikern leider immer noch gegen Billiganbieter aus dem Ausland zu kämpfen haben. Ohne Details nennen zu wollen, ist es z.B. nicht zu verstehen, wenn bei TV-Übertragungen heimischer Sportarten auf bundesdeutsche Anbieter gesetzt wird. Hier gilt es, den Auftraggebern und vielleicht auch den Endkunden klar zu machen, das der die Veranstaltungstechnikerin und der Veranstaltungstechniker eine österreichische Dienstleistung höchster Qualität darstellt. TV-Produktion, Zeltbau, Caterer, Bühnenbau, Stromversorgung, Licht-Ton-Video, Catering etc. … es ist das Gebot der Stunde, gestärkt und vereint aus der Krise herauszukommen und die Zukunft gemeinsam mit allen DL zu gestalten.

Welche Initiativen (Video-Performances, Outdoor-Events, ...) könnten langfristig Bestand haben?
Es wird so sein, wie immer: Das gute wird Bestand haben! Und es wird Bestand haben, dass die Menschen in einer gepflegten und perfekt ausgestatteten Atmosphäre unterhalten oder informiert werden wollen und dass die Menschen dies gemeinsam und hoffentlich auch bald wieder ohne Angst tun wollen! Die Formel-1 hat unter Einhaltung jeder nur erdenklichen Sicherheitsvorkehrung praktisch vorgezeigt, ein sportliches Großspektakel wieder stattfinden zu lassen. Das Team vom Wiener Simpel hat es geschafft, ebenfalls unter alle an Sicherheitsaspekten, seit Anfang Juli ein open-air Sommertheater durchzuführen. Paulus Manker startet Mitte August seine „Letzten Tagen der Menschheit“ inkl. Publikum. Die Salzburger Festspiele finden statt….
Ich denke, es benötigt mutige Veranstalter und ein williges Publikum und Besucher um in Zukunft wieder die sehr wichtigen Firmenevents, Privatfeiern und Kongresse veranstalten zu können. Aufmerksam beobachten wir soeben die Initiative der Durchführung von Rock/Pop Großevents in Deutschland.
Zu guter Letzt: Bleibt gesund, wir schaffen das.

Alexander Kränkl ist
Bundesberufsgruppenvorsitzender der Beschallungs- und Beleuchtungstechniker*innen

Kontakt:

M  +43 664 33 97931

E   a.kraenkl@auxala.com

www.bbt.at

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